Reisebericht Fjellveroya/Knarrlagsund – 22.02. – 29.02.20

Reisebericht Fjellveroya/Knarrlagsund – 22.02. – 29.02.20 –

Hallo Angelfreunde, die „Super-Fischer“ sind wieder aus Norwegen- Fellveroya/Knaarlagsund – zurück.

Ich möchte euch berichten, wie unsere Fahrt verlaufen ist.

Mit von der Partie waren Jupp, mein Freund Thomas, sowie mein Sohn Teelko mit seinem Freund Jannis(Norwegen-Neuling). Eigentlich wollte noch Jens mitfahren, der musste aber aus beruflichen Gründen kurzfristig absagen.

Am späten Nachmittag des 20.02. kamen Jupp und Thomas mit unserem gemieteten VW-Bulli plus Anhänger zu mir nach Hause(Ostfriesland). Nachdem wir unser Angelgerät verpackt hatten, wurden abends ein paar Kaltgetränke verköstigt. Um 22.00 Uhr ging es ins Bett. Am 21.02. standen wir um 01.30 Uhr auf und  fuhren eine Stunde später Richtung Hirtshals los. Ohne große Probleme kamen wir um 12.00 Uhr dort an. Um 12.45 Uhr fuhr die Fähre Richtung Larvik ab. Auf der Fähre wurde  kurz geschlafen und um 16.30 Uhr erreichten wir Larvik. Beim Zoll schnell unser Bier verzollt und weiter ging es zu unserer Unterkunft nach Rena.

Wir kamen um 20.00 Uhr beim „Rena-Motel“ an, welches ich über Airbnb gebucht hatte. Kosten für 6 Personen ca.190,- Euro. Die Unterkunft war sauber und zweckmässig. Untergebracht waren wir in 3x Doppelzimmer. Die Straßen auf der Anfahrt waren frei und erst in Rena hatten wir Schnee auf den Nebenstraßen.

  • Blick aus unserer Unterkunft in Rena —

Am 22.02. fuhren wir um 08.30 Uhr Richtung Hitra los, nachdem wir ausgiebig gefrühstückt hatten. Die Straßen waren frei bis ca. 30 km vor der Auffahrt auf die E 6. Nachdem  wir auf die E 6 auffuhren, war der Schnee weg und wir konnten so durchfahren Rtg. Hitraturist. Jedoch änderte sich das Wetter von der Fahrt von Rena zur Küste erheblich. Waren wir in Sonnenschein und windstille losgefahren, so zog es jetzt immer weiter zu, je näher wir der Küste kamen. Auf den letzten 100 km wurde es richtig windig und es kam Regen/Schnee dazu.

Um 14.00 Uhr erreichten wir „Hitraturist“. Dort bekamen wir die ersten Infos von John. Er sagte uns, dass wir die ersten Gäste wären, die Rtg. Fjellveroya fahren würden.  John zeigte uns auf der Karte einige Stellen, wo mit Dorsch zu rechnen sei. Die meisten Punkte lagen im Schärenbereich und waren uns zum größten Teil bekannt. Die Wetterprognosen ließen für die nächsten beiden Tage vermutlich keine Ausfahrt zu, erst am Montag sollte das Wetter besser werden.

  • Unser Haus bei unserer Ankunft, noch kein Schnee da! –

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir unser Haus 239. Kurz nach unserem Ankommen erschien auch unser Vermieter „Gair“. Nach seinen Angaben wären wir dieses Jahr wieder seine ersten  und im Sept/Okt. 20 auch wieder die letzten Gäste. Auf eine Bootseinweisung wurde verzichtet, da wir seine Boote schon von unseren vorherigen Besuchen kannten. Er gab uns noch den Tipp es direkt im Knaarlagsund auf Dorsch zu versuchen. Er hatte vor einigen Tagen Heringsschwärme dort beobachtet.

Auf eine Kurzausfahrt wurde aufgrund des Windes 11 ms und Regen verzichtet.

Am 23.02. wurden wir von starkem Wind und Regen aufgeweckt. Eine Ausfahrt war bei 13 ms und Regen nicht möglich. Dafür konnten wir unsere Angelausrüstung in Ruhe fertig machen.

  • Weg zum Bootshaus, es hatte leicht geschneit vor unserer ersten Ausfahrt. –

Am Montag, 24.02., unsere erste Ausfahrt. Wind 3-4 ms aus West, bei 2 Grad und bedecktem Himmel.

  • Unsere erste Ausfahrt konnte beginnen . –

Wir fuhren zuerst zum Eingang des Knaarlagsundes. Dort suchten wir die Kanten ab, aber es konnte kein Schwarm gefunden werden.

  • Vermieter holt unser Boot aus dem Wasser, um unseren Geber zu reparieren! –

Zwischenzeitlich hatte sich bei meinem Boot das Echolot verabschiedet, der Geber hatte sich vermutlich gelöst.

Danach fuhren wir in den Sund und kurz vor der dortigen Brücke (Nahe der Tankstelle) sahen wir Heringe aus dem Wasser springen. Sofort wurden die Heringsvorfächer montiert und es wurde ausreichend  Hering gefangen.

  • Das ist ein 250 gr Pilker. David  hatte uns 20 Pilker(Eisen/verzinkt) in den Größen 500 bzw. 250 gr hergestellt! Funktionierten super. –

Ich habe sofort einen 250 gr. schweren Pilker mit extra großen Drilling mit einem Hering bestückt. Es dauerte nicht lange und es gab einen Einschlag. Ich konnte einen ca. 80 cm Dorsch aus 35 m hochpumpen. Gleich danach gab es einen erneuten Anfasser bei mir. Diesmal dauerte es bis ich den Übeltäter an die Wasseroberfläche holen konnte. Es war zu meiner Überraschung ein Heilbutt von ca. 75 cm Länge, der schonend von mir zurückgesetzt wurde. Auch meine Mitfahrer Jannis und Teelko konnten einige Dorsche mit derselben Methode fangen. Das andere Boot besetzt mit Jupp und Thomas fingen auch immer wieder Dorsche. Gegen 14.00 Uhr war der Spuk vorbei, die Dorsche wollten nicht mehr beissen. Wir fuhren auf der Rückfahrt noch zur Heringsbucht, was jedoch keinen Fisch brachte.

Im Bootshaus konnten dann 15 Dorsche von mir filetiert werden. Die größten waren ca. 90 cm lang. Ein schöner Anfang. Aber!

  • Hier trafen wir auf den Heringsschwarm und konnten gute Dorsche erbeuten –
  • Die ersten Dorsche konnten gelandet werden bei leichten Schneefall, leider ging es so nicht weiter! –
  • Fischkiste vom Nachbar Boot, leider sahen die nächsten Kisten nicht so aus! –
  • Fischstrecke vom ersten Tag –

Am 25.02. ging es gleich wieder Rtg. Knaarlagsund bei windigen, kalten Ostwind. An unserer Angelstelle angekommen, kein Fisch mehr da. Die Heringe waren weg. Bei unserer ersten Drift verloren mein Sohn und ich zeitgleich unsere „schönen“ Pilker vermutlich an einer unter dem Wasser führenden Stegbefestigung. Danach hieß es wieder Suchen!!!

Vor dem Eingang des Sundes wurden dann mehrere Driften Rtg. 28 er Berg durchgeführt. Hierbei konnte Jannis einen schönen Portionsleng fangen. Danach fuhren wir zur Heringsbucht. Dort konnten rechtsseitig in der Bucht ein Schwarm Wittlinge festgestellt und gefangen werden.

Bei der Drift durch den Eingang der Bucht konnten Jannis und Teelko jeder einen schönen Dorsch fangen.

Bei einer dieser Driften rief mein Sohn plötzlich, dass ein Dorsch seinen Pilker mit Hering anschauen würde. Und wirklich wir konnten bei 15 m Wassertiefe sehen, wie der Dorsch vom Boden kam, sich den Hering ansah und dann umdrehte. Ich warf daraufhin meinen 50 gr. Gummifisch in seine Richtung. Ich bekam sofort einen starken Einschlag, aber nach kurzem Kampf schlitzte der Fisch aus. Daraufhin warf auch Jannis einen Gummifisch in seine Richtung. Auch er bekam einen starken Anbiss, der jedoch mit einem Schnurbruch endete. Der Fisch hatte gewonnen.

Das filetieren an diesem Tag war sehr überschaubar und kurz!

  • Wie zu sehen, gab es nicht viel zum Filetieren für mich! –

Am 26.02. hatten wir 3 ms aus SO und es war kalt bei – 2 Grad.

In der Heringsbucht und im Knaarlagsund alles negativ. Aufgrund des Windes wurden wieder Driften vor dem Sund gemacht. Dabei konnte Jannis wieder zwei schöne Portionsleng fangen.

Während des Driften fing plötzlich das Wasser an zu „kochen“ ,überall sprangen Fische aus dem Wasser.

Hering??? Nein, es waren große Schwärme von kleinen Seelachsen, die roten Krill nach oben jagten und frassen. Das hatte ich so noch nie gesehen.  Überall Seemöwen und Fisch. Wir versuchten es unter die Schwärme zu kommen, aber alles Fehlanzeige. Nur Jupp konnte im Nachbarboot einen 10 kg Dorsch aus 40 m raufpumpen. Ein wirklich schöner Fisch. Die Fischschwärme standen teilweise sehr nah am Ufer und Teelko konnte beim Werfen mit einem Gummifisch noch einen Dorsch überlisten, der so bei 8 m Wassertiefe stand.

Auch diesmal war die Ausbeute sehr überschaubar. Ich war den zweiten Tag infolge ohne Fisch geblieben.

  • Jupp mit seinem 10 kg Dorsch –

Am 27.02. Wetter kalt, Wind 3 ms aus O, sonnig/bedeckt und trocken.

Ausfahrt zur Fischfabrik dort an den Kanten mit Gummi versucht. Dabei konnte Jannis einen Portionsdorsch fangen. Das andere Boot musste nochmal zurückfahren, da vermutlich Mäuse!!! die Schnur seiner E-Rolle angefressen hatten. Hatten wir bislang  noch nie erlebt.

Als wir alle wieder beisammen waren, fuhren wir wieder in den Knaarlagsund zur alten Stelle. Dort konnte Teelko auf Gummi einen schönen Portionsdorsch fangen. Anschließend fuhren wir nach Flessa, dort konnte ich einen kleinen Dorsch und einen kleinen Seelachs fangen, die wieder schwimmen durften. Danach fuhren wir wieder zum Eingang des Knaarlagsundes, dort konnte Teelko mit Gummi einen schönen Dorsch ufernah fangen. Als mein Sohn den Fisch versorgte, wollte ich auch einmal werfen. Was aber gleich beim ersten Wurf zum Abriss führte. Das andere Boot blieb heute ohne Fischerfolg.

Wieder war der Fangerfolg sehr übersichtlich. Ich hatte wenigstens zwei Fische gefangen, wenn auch nicht verwertbar. Eine mehr als 100% Steigerung nach den letzten beiden Tagen.

Am 28.02. letzter Angeltag. Wetter frostig, leichter Wind aus Osten.

Zuerst zur Heringsbucht, dieser war jedoch zugefroren. Dann wieder zum Sund. Dort wieder alte Angelstelle aufgesucht. Mitten im Sund vor der dortigen Brücke konnte mein Sohn einen ca. 75 cm großen Heilbutt auf Sicht mit Gummi fangen. Dieser durfte natürlich wieder schwimmen. Anschließend konnten noch ein paar Portionsdorsche dort gefangen werden. Danach fuhren wir oben nach rechts aus dem Sund in Rtg. Nordbotn. Kurz vor der eigentlichen Bucht hielten wir an und machten eine Probedrift. Gerade als das andere Boot in Rtg. Nordbotn weiterfuhr, bekamen Jannis und ich einen Anbiss. Wir konnten  zwei gute Dorsche hochpumpen. Ich erkannte auf meinen Echolot, dass die Dorsche bei 36 m bodennah standen. Bei der nächsten Drift bekamen Jannis und ich erneut einen Anbiss. Bei mir schlitzte der Fisch aus, aber Jannis konnte einen 6,5 kg schweren Dorsch an Bord holen. Dies war der letzte Fisch unserer Reise. Um 15.00 Uhr machten wir Schluss. Die Boote mussten noch getankt und gesäubert werden.

Nachdem wir den Fang versorgt hatten. Hieß es auf- und einräumen.

  • So sah es direkt bei unserem Haus aus, als wir abfahren wollten! –

In der Nacht zum 29.02. hatte es leicht geschneit. Ca. 10 cm Neuschnee war gefallen.Wir mussten deshalb bei unserer Abreise um 08.30 Uhr unseren Bulli beim Anfahren anschieben. Dann ging es Richtung Oslo. Die Straßen waren bis kurz vor der E 6 schneeglatt. In den Bergen waren die Straßen frei, dort war augenscheinlich auch kein Schnee gefallen. Erst 60 km vor Oslo fiel Schnee und es wurde wieder  glatt.

Auf der Stenaline wurde gut gegessen und ein Paar Abschlussbiere getrunken.

Am 01.03.20 um 07.30 Uhr Ankommen in Frederikshavn. Da es sehr windig war, war die Fahrt mit dem Gespann keine Freude, da immer wieder tüchtig gegengelenkt werden musste. In Hamburg ca. 2 Stunden Stau vor dem Elbtunnel. So dass wir erst gegen 18.00 Uhr bei mir in Ostfriesland ankamen. Jupp, der die weiteste Anreise hatte, war erst gegen 22.45 zuhause.

Was bleibt:

  • Die An- und Abreise war gut. Die Straßen größten Teils frei. Bei unserer Anreise gab es selbst in den Bergen keine Minusgrade. Auch lag sehr wenig Schnee an den Seiten.
  • Erst ab dem 25.02. wurde es kälter als der Ostwind kam. Ab da hatten wir hin und wieder Schneefall auf dem Wasser.
  • Auf der Rückfahrt ca. – 6 Grad in den Bergen
  • Fischtechnisch war dies unser schlechtester Angelurlaub zu dieser frühen Zeit. Woran es gelegen hat, wissen wir nicht. Wir sind alle uns bekannten Stellen abgefahren. Fisch haben wir vorallem dort gefangen, wo wir bislang noch nie gefangen hatten. Wer rechnet schon damit, dass direkt im Sund zwischen Tankstelle und Brücke gute Fische zu fangen sind.
  • Vielleicht hätten wir mehr Offshore angeln sollen, doch hierfür war das Wetter nicht gut genug.
  • Insgesamt konnten wir von 6,5 Tagen an 5 Tagen angeln.
  • Jeder konnte ca. 8 kg Filet mitnehmen.

Was noch:

  • Trotz der mässigen Ausbeute war die Stimmung gut, was auch die Hauptsache sein sollte! –
  • Auch bei Thomas und Jupp auf dem Boot war von schlechter Laune nichts zu sehen! –

– Obwohl ich recht wenig gefangen habe, hat mir dieser Urlaub doch sehr viel Spass gemacht. Konnte ich doch meinen beiden jungen Mitfahrern einige Tipps und Tricks zeigen. Und von ihnen habe ich wieder gelernt, dass man mit Gummi doch Fisch fangen kann. Ich gehöre mehr der Natur- bzw. Pilkerfraktion an, der wenig mit Gummi unterwegs ist. Doch diesmal haben wir fast 50% der Fische auf Gummi gefangen.  Eine neue Erfahrung!

  • Meine neuen Stiefel –
  • Da ich bei unseren letzten März-Besuchen hin und wieder doch an den Füssen gefroren hatte, wurde diesmal mein Equipment aufgerüstet. Ich habe mir beheizbare Stiefel von Elten zugelegt. Kosten ca. 210 Euro. Jupp hatte sich die Gleichen zugelegt. Bei ihm hatte sich schon nach dem ersten Tag eine Ladeverbindung in einem Schuh gelöst. Dies wurde nach der Reise kostenlos getauscht. Die Heizung kann über eine App oder durch Tastendruck eingestellt werden. Ich habe diese nur über die Tasten gesteuert. War sehr zufrieden mit den Stiefeln. Man muss nur ausprobieren, ob man die Heizung gleich startet oder später. Und wenn man die sofort startet, ob mit halber Stärke oder Vollkraft beginnt. Bei halber Stärke hält der Akku mindestens 6 Stunden, was mir reichte.
  • Bei unseren Ausfahrten haben wir ein Boot vom Angelcamp “Heggvika” gesehen, die oft an uns  vorbeifuhren. Es schien so, als suchten sie auch den “Fisch”. An den beiden letzten Tagen habe ich sie nicht mehr gesehen. Vielleicht hatten sie dann den Fisch gefunden oder waren schon abgereist. Sollte einer von dieser Bootsbesatzung meinen Bericht lesen, würde ich mich freuen, wenn er sich mit mir in Verbindung setzt, um Erfahrungen austauschen zu können.

Als ich mit der Erstellung dieses Berichtes anfing, war “Covid 19” nur ein kleines Thema, heute ist es das Thema!! Die Grenzen sind zu und keiner weiss wie lange. Wir die “Super-Fischer” wollen vom 22.09 bis zum 02.10.20 wieder vor Ort sein. Ob es klappt, steht in den Sternen. Unsere Rückfahrt Oslo-Frederikshavn gibt es nicht mehr und wurde schon von mir storniert. Sollten wir reisen können, werden wir zum ersten Mal die Strecke Göteborg – Kiel nehmen.

Ob wir nächstes Jahr nochmal nach Norwegen fahren, hängt davon ab, welche Einschränkungen Anglern von der norwegischen Regierung auferlegt werden. Mal sehen was kommt.

Ich wünsche allen Lesern, dass sie gesund durch diese verrückte Zeit kommen und hoffe, dass die Grenzen bald wieder offen sind, damit wir wieder unserem Hobby frönen können.

Skitt Fiske!

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